Geduldete Überziehung: Mindestbetrag ist sittenwidrig

Als einen großen Sieg für die Verbraucher mit Wirkung für den gesamten Markt, bezeichnete Klaus Müller, Vorstand vom vzbv-Bundesverband, das Urteil des BGH vom 25.10.2016.

Mit diesem Urteil ist es der Deutschen Bank untersagt, für eine geduldete Überziehung des Giro-Kontos einen Mindestbetrag von 6,90 € pro Quartal zu fordern. Laufzeitabhängige Pauschalen mit Zinssätzen bis weit über 1000 Prozent benachteiligen die Kunden unangemessen und führen gerade bei niedrigen Überziehungsbeträgen und kurzen Laufzeiten zur übermäßigen Belastung des Kunden, so der BGH.

Im vorliegenden Fall forderte die Deutsche Bank für eine Überziehung des Dispo-Limits einen Zinssatz von 16,5%, mindestens aber 6,90 € pro Quartal. Daraus errechnet sich bei einer Überziehung von schon 10,00 € für einen Tag ein jährlicher Zinssatz von 25.185 Prozent.

Solchen Praktiken hat der BGH mit seinem Urteil künftig einen Riegel vorgeschoben.