Bei Krankschreibung „Hausarrest“?

Einem Mitarbeiter, der krankgeschrieben war und der während dieser Zeit zu seinen Eltern reiste, um sich dort auszukurieren, wurde fristlos gekündigt. Das Landesarbeitsgericht Hessen hat die Kündigung des Arbeitnehmers aufgehoben. (Az. 18 Sa 695/12).

Ein erkrankter Mitarbeiter muss sich so verhalten, dass er baldmöglich wieder gesund ist. Er darf seine Wohnung verlassen und sogar verreisen, wenn dies der Wiederherstellung seiner Gesundheit dient. Das Gericht stellte fest, dass dies im genannten Fall durch die Hilfe der Eltern des Mitarbeiters eher gewährleistet war als wenn er allein geblieben wäre. Ein Verreisen bei ärztlich verordneter Bettruhe jedoch wäre ein Grund für eine außerordentliche Kündigung.